Hintergrund:
Wie Schimmelpilz in der Wohnung
entsteht
Von
Dipl.-Ing. Gunter Hankammer
Grundsätzlich
geht dem Schimmelpilzbefall in Gebäuden ein Feuchtigkeitsschaden
voraus. Man unterscheidet zunächst die Bauteildurchfeuchtungen,
die mit Defekten an der Wetterschutzebene der Gebäudehülle
oder an der Abdichtung des Gebäudes gegenüber dem Erdreich
zusammenhängen von den hygrothermisch bedingten Schäden,
bei denen Tauwasser an Bauteiloberflächen oder im Bauteilquerschnitt
auftritt, weil das Gesamtverhältnis von relativer Raumluftfeuchtigkeit,
Raumlufttemperatur und der Oberflächentemperatur einzelner
Bauteile nicht im Einklang steht.1
Diese drei physikalischen Randbedingungen stehen als gemeinsam
wirkende Ursachenkombination bei einem so genannten Kondensatschaden
untrennbar miteinander im Zusammenhang. Wird die relative
Luftfeuchtigkeit im Winter durch ausreichendes Lüften ständig
auf einem geringen Niveau gehalten und erfolgt gleichzeitig
eine stetige, gleichmäßige Beheizung des Raumes, wird es
in der Regel auch dann nicht zum hygrothermisch bedingten
Schimmelpilzbefall kommen, wenn die „kalte“ Außenwand durch
Mobiliar oder schwere Vorhänge von der Luftzirkulation abgeschirmt
werden. Verzichtet der Mieter von Altbauwohnungen auf eine
Möblierung entlang der Außenwände, dann bleibt in der Regel
auch eine vorübergehend leicht erhöhte relative Luftfeuchtigkeit
von 60% oder eine leicht abgesenkte Raumtemperatur ohne
Schaden.
1
Hankammer G, Lorenz W: Schimmelpilze und Bakterien in Gebäuden,
Rudolf Müller Verlag, Köln 2003
Gunter
Hankammer ist öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger
für Schäden an Gebäuden sowie für Schimmelpilze und andere
Innenraumschadstoffe. Gleichzeitig ist er
Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes für
Schimmelpilzsanierung e.V. (BSS).
Weitere
Informationen unter www.schimmelpilz.tv.
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