Hausstaubmilbenallergie
Bei Milbenallergie zum Allergologen
Etwa 20-25
Prozent der Atemwegsallergiker leiden an einer Allergie auf
Hausstaubmilben – genauer gesagt auf Bestandteile im
Milbenkot. Hausstaubmilben sind mit 38,3 Prozent nach den
Pollen (85,9 Prozent) die zweithäufigsten Auslöser
allergischer Atemwegserkrankungen in Deutschland.1 Während
andere schlafen und sich erholen, kämpfen
Hausstaubmilbenallergiker mit Husten, Schnupfen, Niesen oder
Atemnot. Denn gerade im Bett halten sich die winzigen
Spinnentiere besonders gerne auf: Dort hinterlässt der Mensch
zahlreiche Hautschuppen. Sie dienen als Hauptnahrungsquelle
der Milben. Zudem ist es im Bett meistens warm und feucht.
Auch das kommt den Tieren sehr entgegen. Sie bevorzugen etwa
25 Grad Celsius und eine relative Luftfeuchtigkeit von 75
Prozent. Deshalb sollten Milbenallergiker häufig lüften und
möglichst das Schlafzimmer nicht heizen, so dass die
Feuchtigkeit entweichen kann und die Temperatur im
Schlafzimmer niedrig bleibt.
Am höchsten
ist die Milbenbelastung ausgerechnet dann, wenn es zu Hause
kuschelig wird – im Herbst und frühen Winter. Milben
vermehren sich von Mai bis Oktober. Mit der Heizperiode nimmt
dann die Luftfeuchtigkeit ab, und viele Tierchen sterben. Dies
bedeutet aber zunächst keine Entlastung für Allergiekranke,
denn die Konzentration von leicht aufzuwirbelndem Milbenkot im
Staub nimmt erst einmal zu – und damit leider auch die
allergischen Beschwerden.
Auf dem Teppich bleiben?
Neben der
Schlafstätte mögen Milben aber auch andere Textilien, allen
voran den Teppich. Diskutiert wird, ob Milbenallergiker besser
mit Teppich oder wischbarem Boden beraten sind, um die
Milbenkonzentration im Haushalt niedrig zu halten. Dr. Horst Müsken,
Bad Lippspringe, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für
Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI) und des Ärzteverbandes
Deutscher Allergologen (ÄDA): „Die Milbenkonzentration auf
Teppich ist signifikant höher als auf wischbaren Böden, dies
wurde in verschiedenen Studien nachgewiesen.2,3,4
Teppich bindet die Milbenallergene, so dass insgesamt eher
eine Ansammlung von Allergenen im Wohnraum stattfindet.“
Allerdings ist nicht sicher, ob mit wischbaren Böden tatsächlich
weniger Beschwerden auftreten. Bisher wurde durch Studien nur
belegt, dass milbendichte Matratzenüberzüge (Encasings) die
Allergenbelastung verringern und dass eine spezifische
Immuntherapie die Beschwerden dauerhaft lindern kann.
Auf jeden Fall zum
Allergologen
„Wird allergischer
Schnupfen nicht behandelt, droht der so genannte Etagenwechsel,
eine Ausweitung der Beschwerden von der Nase auf die Bronchien
– Asthma ist die Folge,“ sagt Prof. Dr. Schultze-Werninghaus,
Präsident der DGAKI. Auch ein atopisches Ekzem (Neurodermitis)
kann durch Hausstaubmilben verschlimmert werden. Er rät deshalb
Betroffenen: „Suchen Sie einen allergologisch geschulten Facharzt
auf. Denn nur, wenn eine korrekte Diagnose gestellt wurde,
kann auch eine optimale Therapie durchgeführt werden.“ Die
so genannte spezifische Immuntherapie (SIT) bessert in bis
zu 90 Prozent der Fälle die Symptome dauerhaft und effektiv.5
In vielen Fällen verschwinden die Symptome sogar völlig. Bei
der SIT, auch Hyposensibilisierung oder Allergie-Impfung genannt,
werden molekular standardisierte Allergenpräparate in langsam
ansteigender Dosis regelmäßig unter die Haut injiziert. Dadurch
gewöhnt sich der Körper an den Allergieauslöser, und das Immunsystem
reagiert kaum mehr mit einer Abwehrreaktion.
1
Bergmann KC, Albrecht G, Fischer P. Atemwegsallergiker
in Deutschland. Ergebnisse der Studie Allergy – Living &
Learning. Allergologie 2002; 3: 137-146
2
Franz J-T. Karenzmaßnahmen gegen Hausstaubmilben.
Allergo J 2004; 13: 531-40
3
Mihrshahi S, Marks G, Vanlaar C, Tovey E, Peat J.
Predictors of high house dust mite allergen concentrations in
residential homes in Sydney. Allergy 2002; 7: 137-42
4
Sidenius KE et al. House dust mites and their
allergenes at selected locations in the home of house dust
mite-allergic patients. Cli Exp Allergy 2002; 32: 1299-1304
5
Haugaard L, Dahl R, Jacobsen L. A controlled
doseresponse study of immunotherapy with standardized,
partially purified extract of house dust mite: Clinical
efficacy and side effects. J Allergy Clin Immunol 1993; 91:
709-22
6
Borowski C, Schäfer T. Allergieprävention. Evidenzbasierte
und konsentierte Leitlinie. München 2005.
|
|
|
Die
Hausstaubmilbe: Häufiger Auslöser für
Allergien
Etwa 20-25 Prozent aller Atemwegsallergiker leiden an
einer Hausstaubmilben-Allergie. Diese Erkrankung sollte
nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Die
Gefahr ist groß, dass die Erkrankung auf die Lunge
übergreift und sich Asthma entwickelt. Auch ein
atopisches Ekzem (Neurodermitis) kann durch Hausstaubmilben
verstärkt werden. Deshalb ist es wichtig, einen
Facharzt aufzusuchen. Der allergologisch erfahrene Arzt
kann die genaue Ursache der Beschwerden feststellen
und die richtige Behandlung einleiten. Wie der Ärzteverband
Deutscher Allergologen (ÄDA) und die Deutsche Gesellschaft
für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI)
mitteilen, lassen sich bei der Hausstaubmilben-Allergie
langanhaltende Erfolge mit einer Allergie-Impfung erzielen.
Diese auch als Hyposensibilisierung bezeichnete Therapie
hilft neun von zehn Hausstaubmilben-Allergikern.
Foto: ALK SCHERAX
|
weiter
|